The 10 common Telegram scams you should watch out for (Header image)
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Die 15 häufigsten Telegram-Betrugsmaschen, vor denen Sie sich hüten sollten

Published:Sep 10, 2026

„Telegram-Betrug“ bezeichnet keine bestimmte Betrugsmethode. Gemeint ist vielmehr, dass Telegram als Kanal für den Angriff genutzt wird. Damit ähneln Telegram-Betrugsmaschen denen auf WhatsApp oder anderen textbasierten Messengern. Die Vorgehensweise passen Kriminelle jeweils an die Plattform und ihre Hauptzielgruppe an.

Telegram ist besonders bei jüngeren Nutzern beliebt: Etwa 30 % der Nutzerschaft sind zwischen 25 und 34 Jahre alt, über die Hälfte ist unter 35. Diese Gruppe ist zwar in der Regel technisch versierter und erkennt offensichtliche Online-Betrugsversuche leichter, tappt dafür aber häufiger in situationsspezifische Fallen wie gefälschte Stellenanzeigen oder angebliche Personalvermittler. 2026 hat Telegram die Marke von 1 Milliarde monatlich aktiven Nutzern überschritten — für Betrüger und Kriminelle ein umso attraktiveres Ziel.

Telegram gilt vor allem als sicher und anonym — unabhängig davon, ob das tatsächlich zutrifft. Genau das vermittelt Nutzern ein trügerisches Sicherheitsgefühl. Kriminelle greifen dabei nicht Telegram als Plattform an, sondern gezielt dessen Nutzer: Sie nutzen individuelle Schwachstellen aus, um Geld, persönliche Daten oder den Zugriff auf verschiedene Konten zu erpressen.

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Kann man auf Telegram betrogen werden?

Auf Telegram kann man genauso betrogen werden wie auf jeder anderen Kommunikationsplattform, ob online oder offline. Mit etwas Aufklärung und Vorsicht lassen sich Telegram-Betrugsmaschen jedoch erkennen, und man muss nicht zum Opfer werden.

Telegram hat sich zur am schnellsten wachsenden Betrugsquelle unter allen großen Plattformen entwickelt. Laut dem Consumer Security and Financial Crime Report von Revolut stiegen die auf Telegram entstandenen Betrugsfälle 2025 um 233 %, die Plattform macht inzwischen über 20 % aller gemeldeten Betrugsfälle weltweit aus. Diese Zahlen erfassen nur gemeldete Fälle — das tatsächliche Ausmaß dürfte deutlich größer sein.

Telegram wirbt mit Verschlüsselung, doch Sicherheitsforscher haben festgestellt, dass Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2E) standardmäßig gar nicht aktiviert ist. Diese und andere Datenschutzfunktionen müssen von Nutzern manuell eingeschaltet werden. Nicht jeder macht sich die Mühe herauszufinden, wo diese Einstellungen zu finden sind und wie sie funktionieren. Die meisten gehen einfach davon aus, dass Telegram sich längst darum gekümmert hat.

Das alles bedeutet: Telegrams Sicherheitsprotokolle sind im Vergleich zu Wettbewerbern wie Signal deutlich schwächer. Nachrichten, die Sie für privat gehalten haben, können in normalen Telegram-Chats abgefangen werden — eben weil die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung fehlt.

Wie werden Menschen auf Telegram betrogen?

Telegram-Betrugsmaschen haben sich stark weiterentwickelt, das Ziel bleibt aber immer dasselbe: an Ihr Geld oder Ihre Daten zu kommen. Betrugsversuche auf Telegram lassen sich grob in folgende Kategorien einteilen:

  • Social Engineering: Ein Angreifer gibt sich als vertrauenswürdige Person oder Organisation aus, etwa als Kundenservice-Mitarbeiter eines großen Unternehmens. Oder er spielt einen Verwandten oder engen Freund in Not, der dringend Geld benötigt.
  • Phishing: Nutzer dazu zu bringen, auf mit Schadsoftware verseuchte Links zu klicken, ist der älteste Trick im Buch. Sobald der Link angeklickt, persönliche Daten eingegeben oder eine infizierte Datei heruntergeladen wurde, sitzt der Haken.
  • Schnellreichtum-Maschen: Etwas für nichts zu bekommen, gefällt jedem — besonders bei Geld. Kein Wunder also, dass Telegram-Betrugsmaschen mit dem Versprechen eines schnellen Gewinns viele Opfer finden.
  • Drohungen: Manchmal lassen Kriminelle die Fassade fallen und erpressen Sie ganz offen. Sie drohen etwa damit, gefälschte Informationen über Sie zu veröffentlichen, wenn Sie nicht zahlen.
  • Automatisiertes Targeting: Bots durchsuchen öffentliche Gruppen und schreiben Nutzer an, die einem bestimmten Profil entsprechen — manchmal läuft der gesamte Betrug automatisiert ab, ohne dass ein Mensch beteiligt ist. So können Betrüger mit minimalem Aufwand Tausende potenzielle Opfer erreichen.
  • Account-Übernahme: Wer jemanden dazu bringt, einen Einmal-Anmeldecode preiszugeben, kann dessen Konto vollständig übernehmen und für weitere Betrugsversuche nutzen.
  • Admin-Identitätsdiebstahl: Betrüger treten echten Telegram-Gruppen bei, geben sich als Admins oder Moderatoren aus und schreiben Mitglieder direkt an, um Zugangsdaten oder Zahlungen zu erschleichen.
  • Marktplatz- und Kaufbetrug: Gefälschte Angebote locken Käufer an, dann drängen die Betrüger sie, außerhalb jedes geschützten Zahlungswegs zu bezahlen. Ist das Geld erst überwiesen, verschwindet der „Verkäufer“ spurlos.
  • Synthetische Identitätstäuschung: Mit KI-Stimmklonen und Deepfake-Videos können Betrüger überzeugend echte Personen imitieren — manchmal sogar Freunde oder Familienmitglieder, um leichter das Vertrauen des Opfers zu gewinnen.

Warum nutzen Kriminelle Telegram für ihre Betrugsmaschen?

Man mag sich fragen, warum Kriminelle sich überhaupt zu Orten wie Telegram hingezogen fühlen. Was macht Telegram für Betrüger so attraktiv?

Dafür dürfte es mehrere Gründe geben:

  • Eine große Auswahl an Opfern: Kriminelle gehen dorthin, wo ihre potenziellen Opfer sind. Je größer der Pool an Zielen, desto mehr Betrüger sammeln sich dort.
  • Öffentliche Telegram-Gruppen sind durchsuchbar: Wann haben Sie zuletzt eine Suchfunktion in einem Chatprogramm gesehen? Telegram hat eine — Betrüger können damit öffentliche Gruppen nach den passenden Zielpersonen durchsuchen.
  • Keine aktive Telefonnummer erforderlich: Telegram-Konten werden zwar per Telefonnummer registriert, benötigen diese Nummer nach der Einrichtung aber nicht mehr. Betrüger können sich also eine Wegwerfnummer besorgen (zum Beispiel mit Kryptowährung bezahlt), ein Konto einrichten und den Einmal-Bestätigungscode an diese Nummer schicken lassen. Danach wird die Wegwerfnummer entsorgt und nie wieder benötigt.
  • Selbstlöschende Nachrichten vernichten Beweise: Telegrams Selbstzerstörungsfunktion versieht Nachrichten mit einem Timer, nach dessen Ablauf sie gelöscht werden. Für Kriminelle ist das eine bequeme Möglichkeit, belastende Beweise verschwinden zu lassen.
  • Enorme Reichweite: Telegram-Gruppen können bis zu 200.000 Mitglieder haben — ein einziger betrügerischer Beitrag kann also ein riesiges Publikum erreichen.
  • Unverifizierte Bots: Jeder kann auf Telegram einen eigenen Bot erstellen und einsetzen, ohne Identitätsprüfung. Das macht sie zum idealen Werkzeug, um Betrug in großem Maßstab zu automatisieren.
  • Schnelle Dateiverbreitung: Schädliche Dateien lassen sich über mehrere Gruppen hinweg teilen und erreichen so binnen Sekunden Hunderttausende Menschen.
  • Begrenzte Handlungsmöglichkeiten der Behörden: Telegram stand bislang nur geringem rechtlichen Druck seitens der US-Regierung gegenüber, da der Firmensitz außerhalb der USA liegt.

Was die rechtliche Verantwortung angeht, war der jüngste und bedeutendste Vorfall die Festnahme von Telegram-CEO Pavel Durov in Frankreich im August 2024, weil die Plattform illegale Inhalte nicht ausreichend moderiert hatte.

Woran erkennt man, dass man auf Telegram betrogen wird?

Nicht alle Betrugsmaschen sehen gleich aus, und Betrüger werden dank generativer KI immer kreativer. Wo früher viele Warnsignale leicht zu erkennen waren, hat KI die Lage verwischt — die Anzeichen sind längst nicht mehr so offensichtlich. Viele Betrugsversuche lassen sich mit bloßem Auge gar nicht mehr identifizieren.

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Wenn Ihnen eine Telegram-Nachricht seltsam vorkommt, ignorieren Sie dieses Bauchgefühl nicht — lassen Sie sie vom KI-gestützten Betrugsdetektor von Moonlock prüfen, der verräterische Anzeichen erkennt, die Ihnen vielleicht entgangen sind. So funktioniert die Analyse:

Moonlock analysiert die Nachricht auf Social-Engineering-Taktiken, ungewöhnliche Dringlichkeit und verdächtige Formulierungen. Anschließend zeigt Ihnen die App genau, wie Sie reagieren sollten, wenn etwas nicht stimmt.

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Zu den Warnsignalen, auf die Sie achten sollten, um einen Telegram-Betrug zu erkennen, gehören unter anderem:

  • Unaufgeforderte Direktnachrichten: Das gilt sowohl für Nachrichten von angeblichem „Telegram-Support“ als auch von Fremden. Der echte Telegram-Support nimmt niemals von sich aus Kontakt auf, und jede unaufgeforderte Nachricht eines unbekannten Kontos, das sich als Autoritätsperson ausgibt, ist wahrscheinlich ein getarnter Betrüger.
  • Vorgetäuschte Dringlichkeit: „Handeln Sie innerhalb von 24 Stunden“ oder „Angebot endet bald!“ sind Manipulationstaktiken, die Ihr Urteilsvermögen umgehen sollen.
  • Aufforderung zur Bestätigungscode-Herausgabe: Geben Sie niemals Bestätigungscodes oder Einmalpasswörter an Dritte weiter. Seriöse Dienste fragen niemals danach — wer das tut, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Betrüger.
  • Unrealistische Angebote und garantierte Gewinne: Versprechen von Investitionen mit hohen Renditen, überhöhte Preise und unrealistisch gute Remote-Jobangebote sind mit hoher Wahrscheinlichkeit gefälscht.
  • Verdächtige, kürzlich erstellte Profile: Erst kürzlich angelegte Telegram-Konten ohne gemeinsame Kontakte, mit generischem oder KI-generiertem Profilbild und wenigen Beiträgen sind ein klassisches Anzeichen für einen Betrüger.
  • Ausreden, um Sprach- und Videoanrufe zu vermeiden: Außer geschriebenem Text weichen Betrüger einer direkten Interaktion in der Regel aus. Eine echte Person hätte kein Problem damit, kurz in ein Videogespräch einzusteigen.
  • „Admin“-Konten, die Sie privat anschreiben: Legitime Admin-Gruppen posten öffentlich in ihren Gruppen. Eine private Direktnachricht, die angeblich von einem Admin stammt, ist so gut wie immer ein Betrüger.

Häufige Telegram-Betrugsmaschen im Überblick

Zuvor haben wir die gängigen Betrugsarten auf Telegram kategorisiert. Jetzt schauen wir uns einige davon im Detail an.

1. Telegram-Jobbetrug

Es liegt in der Natur des Menschen, wohlhabend sein zu wollen — manche versuchen dabei jedoch, sich das Konzept „harte Arbeit“ zu sparen. Bieten Betrüger also vermeintlich lukrative Jobs an, die kaum Aufwand erfordern, greifen ahnungslose Opfer oft sofort zu. Erst gestern erhielt ich ein Jobangebot von einem angeblichen „Headhunter“, der mir 60 US-Dollar pro Stunde für das Beantworten von Umfragen anbot.

Warum machen Betrüger das? Meist geht es ihnen darum, persönliche Daten abzugreifen, um sie später zu stehlen. Sie schicken zum Beispiel einen gefälschten Vertrag zum Unterschreiben, um an Ihre Unterschrift zu kommen. Oder sie behaupten, Ihre Bankdaten zu benötigen, um Sie bezahlen zu können. Und der guten Ordnung halber verlangen sie manchmal sogar eine Gebühr von Ihnen.

Eine weitere Unterkategorie von Jobbetrug, die auf Telegram zuletzt zugenommen hat, ist die Masche mit vorab bezahlten Aufgaben. Dabei geben sich Betrüger als Unternehmen aus, die Nutzer für einfache Aufgaben bezahlen — meist in sozialen Medien, etwa das Liken und Teilen von Beiträgen oder das Verfassen positiver Produktbewertungen. Die ersten ein, zwei Zahlungen erfolgen dabei durchaus, um Vertrauen aufzubauen, bevor der Betrüger verschwindet, ohne den Rest der geleisteten Arbeit zu bezahlen.

Laut Revoluts Finanzkriminalitätsbericht 2026 entfallen 58 % aller gemeldeten Jobbetrugsfälle weltweit auf Telegram — ein Anstieg gegenüber 50 % im Jahr 2024. Damit ist Telegram die am häufigsten genutzte Plattform für arbeitsbezogenen Betrug.

2. Wenn Freunde zu Betrügern werden

Eine öffentlich einsehbare Freundesliste in sozialen Medien kann zur Achillesferse werden. Sie verrät Betrügern, wer Ihre Freunde sind — und wen sie sich zu ihrem eigenen Vorteil aneignen können.

Meldet sich ein vermeintlicher „Freund“ auf Telegram und bittet um Geld, steckt möglicherweise ein Betrüger dahinter, der sich als diese Person ausgibt. Haben Sie Freunde auf Telegram, die gerne mal um Geld bitten, bestätigen Sie deren Identität über einen anderen Kanal.

3. Telegram-Dating-Betrug

Romance Scams auf Telegram sind extrem verbreitet. Jemand kontaktiert Sie und beginnt zu flirten. Vielleicht eine Witwe oder ein Witwer? Ein umwerfendes Model? Ein wohlhabender Geschäftsmann?

Aus dem Flirten wird irgendwann ein ernsteres Gespräch, und die Person gesteht schließlich ihre unendliche Liebe. Kurz darauf beginnen die Geldforderungen: Flugtickets, um Sie zu treffen, oder Geld für diverse Ausgaben. Viele Menschen werden Opfer dieser Betrugsmasche, weil Kriminelle gezielt die menschliche Sehnsucht nach Liebe ausnutzen.

Telegram-Romance-Scams beginnen nicht immer auf Telegram selbst. Häufig werden Opfer von Dating-Apps wie Tinder oder Bumble auf Telegram gelockt, wo es weniger Moderation und mehr Anonymität gibt. Romance Scams lassen sich in zwei Untertypen einteilen: Pig Butchering und Sextortion.

Beim Pig Butchering wird über einen längeren Zeitraum gezielt Vertrauen in einer vermeintlichen „Beziehung“ aufgebaut. Danach dreht sich das Gespräch um Krypto-Investitionen oder Geld für angebliche Notfälle. Sextortion funktioniert dagegen nur, wenn intime Bilder oder Videos an den Betrüger geschickt wurden — damit erpresst er anschließend Geld vom Opfer.

Wenn Ihnen Nachrichten verdächtig vorkommen, können Sie sie durch den Betrugsdetektor von Moonlock prüfen lassen, um herauszufinden, ob sie potenziell bösartig sind.

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4. Telegram-Krypto-Betrug

Krypto-Betrug ist so alt wie die Technologie selbst und baut auf klassischen Investment-Betrugsmaschen mit angeblichen „Insiderinformationen“ auf, die Nutzer zum massenhaften Kauf und Verkauf von Aktien verleiten sollen — mit dem Versprechen hoher Renditen. Durch das wiedererstarkte Interesse an Kryptowährungen sind Krypto-Betrugsfälle allein auf Telegram seit November 2024 um schätzungsweise 2.000 % gestiegen.

Bei dieser Masche werden Nutzer in vermeintlich „geheime“ Krypto-Investment-Gruppenchats auf Telegram eingeladen oder hineingelockt. Dort werden sie gedrängt, über eine bestimmte Handelsplattform ein Krypto-Wallet einzurichten — das vollständig unter der Kontrolle des Betrügers steht.

Bei dieser Betrugsart gibt es meist kein weiteres Phishing und keine Schadsoftware. Stattdessen werden Opfer gedrängt, immer mehr Geld in ein scheinbar echtes Krypto-Wallet zu investieren — tatsächlich fließt das Geld jedoch direkt an den Betrüger, und jeglicher angezeigter Kursgewinn ist frei erfunden.

5. Technischer-Support-Betrug

Wenn Sie eine Nachricht von jemandem erhalten, der sich als Telegram-Support ausgibt und Ihnen mitteilt, es gäbe ein Problem mit Ihrem Konto — gehen Sie nicht darauf ein.

Der echte Telegram-Support meldet sich niemals unaufgefordert. Am anderen Ende sitzt mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Betrüger, der nur darauf wartet, Ihre Kontodaten zu erhalten, um sie zu stehlen. Dabei wird gezielt Druck aufgebaut, damit Sie glauben, sofort handeln zu müssen.

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Image by Dimitri Karastelev from Unsplash

6. Telegram-Sugardaddy-Betrug

Das Konzept des „Sugardaddys“ — ein wohlhabender Mann, der bereitwillig Frauen mit Geld verwöhnt — lässt sich auf einer Plattform wie Telegram leicht missbrauchen. Betrüger legen sich ein Profil zu, dem angeblich keine Frau widerstehen kann. Der entscheidende Kniff dieser Masche ist die Umkehrung: Das Opfer glaubt, gleich Geld zu erhalten, zahlt am Ende aber selbst.

Fällt man auf so ein gefälschtes Profil herein, folgen bald die Geldforderungen. Aber Moment — sollte nicht eigentlich der Sugardaddy Geld geben? Man könnte meinen, dass das offensichtlich nicht so funktioniert. Trotzdem fallen immer wieder Menschen auf diesen Trick herein und verlieren dabei beträchtliche Summen.

Sugardaddy-Betrug beginnt, wie klassische Romance Scams auch, meist auf Dating-Apps oder in sozialen Netzwerken wie X (Twitter), Snapchat oder TikTok, bevor er sich zu Telegram verlagert. Für Betrüger geht es dabei um Telegrams Anonymität und minimale Moderation, um Opfer dazu zu bringen, Geld zu senden statt zu empfangen.

Das geschieht über gefälschte Zahlungsbelege, indem der Betrüger eine Vorauszahlung verlangt und behauptet, den Rest später zu überweisen, oder indem er versucht, persönliche Daten wie Ausweis- oder Bankdaten unter dem Vorwand „zur Einrichtung der Zahlung“ zu stehlen.

Romance-Betrug nimmt weiter zu: 2025 stieg die Zahl der Fälle um mehr als 25 %, allein Opfer im Vereinigten Königreich verloren in diesem Jahr mehr als 102 Millionen Pfund.

7. Telegram-Code-Betrug

Bei dieser Masche geht es darum, Ihre Telefonnummer zu stehlen und für ein neues Telegram-Konto zu nutzen, um sich als Sie auszugeben. Der Betrüger legt ein Konto mit Ihrer Telefonnummer an, die er zum Beispiel online findet, falls Sie sie in sozialen Medien angegeben haben. Sobald der Bestätigungscode auf Ihrem Handy eingeht, meldet er sich bei Ihnen und bringt Sie dazu, ihn preiszugeben.

Erhalten Sie unaufgeforderte Aktivierungscodes, ignorieren Sie sie. Und wenn jemand Sie um genau diesen Code bittet, ignorieren Sie das ebenfalls konsequent.

8. Gefälschte Apps und Malware-Bedrohungen

Beim Installieren einer neuen App auf iPhone oder MacBook sollten Sie ausschließlich verifizierte Quellen nutzen — im Idealfall den App Store. Gefälschte Apps geben sich oft als echte aus, mit ähnlichen oder nahezu identischen Logos und Namen, um Nutzer zum Download und zur Freigabe von Zugriffsrechten auf Dateien, Anrufe und Nachrichten zu bewegen.

Anfang 2025 wurde eine als Telegram-Premium-App getarnte Schadsoftware entdeckt, die Daten stahl und Angreifern dauerhafte Fernzugriffskontrolle über infizierte Geräte verschaffte. Im Hintergrund konnte die gefälschte Telegram-App persönliche Daten wie vollständige Namen, Nutzer-IDs, Kontaktlisten und sogar private Nachrichten sammeln. Selbst wenn die gestohlenen Daten keine Finanzinformationen enthalten, lassen sich diese persönlichen Informationen für künftige, noch überzeugendere Social-Engineering-Angriffe verwenden.

9. KI-Phishing, Stimmklonung und Deepfake-Identitätsdiebstahl

KI entwickelt sich zur neuen Grenzlinie bei Telegram-Betrug. Da die Technologie zugänglicher und günstiger ist als je zuvor, nutzen Kriminelle Stimmklonung und Deepfakes, um Nutzer zum Klicken auf Links oder zum Überweisen von Geld zu bringen. Kürzlich verlor der Gründer von THORChain über eine Million US-Dollar, nachdem er auf einen Deepfake-Betrug via Zoom und Telegram hereingefallen war und einen bösartigen Meeting-Link im internen Firmenchat geteilt hatte.

Das betrifft aber längst nicht nur Unternehmen. Mittlerweile lassen sich auch Telefonanrufe fälschen, um Familienmitglieder eines Opfers dazu zu bringen, Geld zu senden oder persönliche und finanzielle Daten preiszugeben. Besonders ältere Familienmitglieder sind für solche Betrugsmaschen anfällig. Berichten zufolge haben ältere Menschen allein 2023 insgesamt 3,4 Milliarden US-Dollar durch Betrug verloren.

10. Prominenten-Identitätsdiebstahl auf Telegram

Schreibt Ihnen tatsächlich Britney Spears auf Telegram? Und schauen Sie mal, noch eine Nachricht von Elon Musk! Das muss wohl Ihr Glückstag sein! Leider müssen wir Sie enttäuschen: Weder Britney noch Elon stecken dahinter — höchstwahrscheinlich ein Betrüger.

Betrüger, die sich als Prominente ausgeben, bitten auf Telegram gerne um Spenden für eine angebliche Lieblings-Wohltätigkeitsorganisation, um Geld für ein milliardenschweres Geschäftsvorhaben oder um ein paar Euro für eine plötzliche, chaotische persönliche Notlage, die angeblich sofort gelöst werden muss. Meldet sich „Jeff Bezos“ bei Ihnen, weil er Hilfe bei seiner Heizkostenrechnung braucht — seien Sie skeptisch.

11. Gewinnspiel-Betrug

Unaufgeforderte Telegram-Nachrichten, die Ihnen zu einem Lottogewinn gratulieren oder Sie zu einem bevorstehenden Gewinnspiel einladen, sind so gut wie immer Betrug. So harmlos das auf den ersten Blick wirken mag — Sie geben ja schließlich nur E-Mail-Adresse und Telefonnummer preis, können diese unaufgeforderten Nachrichten schwerwiegende Folgen haben.

Manchmal reicht schon ein Klick auf den Anmeldelink, um automatisch einen Virus oder Schadsoftware herunterzuladen. In anderen Fällen verlangen die Betrüger eine „kleine Gebühr“ für den Versand des Preises oder die Auszahlung des Gewinns. Im besten Fall stehlen sie nur diese Gebühr, im schlimmsten Fall sind Ihre Zahlungsdaten kompromittiert.

12. Täuschende Telegram-Bot-Maschen

Telegram-Bots sind nicht grundsätzlich schlecht. Viele von ihnen dienen als nützliche Werkzeuge für Produktivität oder als Kundenservice für kleine Unternehmen. Betrüger nutzen genau dieses Vertrauen in Bots aus, um eigene Betrugsmaschen umzusetzen — oft mit legitim wirkenden Bots und gefälschten Verifizierungshaken.

Betrügerische Telegram-Bots können sämtliche Informationen sammeln, die Sie ihnen geben, und an externe Datenbanken weiterleiten. Indem sie sich zum Beispiel als Chatbot einer Bank ausgeben, bringen sie Nutzer dazu, Finanzdaten oder Kontoinformationen preiszugeben. In anderen Fällen drängen sie Nutzer dazu, auf bösartige Links zu klicken oder mit Malware infizierte Dateien herunterzuladen.

13. Nachgeahmte Telegram-Gruppen oder -Kanäle

Eine weitere Betrugsmasche, vor der man sich hüten sollte, sind gefälschte Telegram-Gruppenchats. Einzelpersonen richten dabei eigene private Telegram-Gruppen oder -Kanäle ein und geben sich als seriöse Unternehmen oder vertrauenswürdige Personen aus. In der Regel genügt es ihnen, Logo und Name der Originalgruppe zu kopieren. Manche gehen sogar so weit, sich virtuelle Telefonnummern zu besorgen, die der Originalnummer stark ähneln.

Sobald der Chat echt genug wirkt, setzt der Angreifer auf Social Engineering und gewinnt über ein professionell klingendes Gespräch das Vertrauen der Nutzer. Deshalb ist es auf Telegram besonders wichtig, sicherzustellen, dass Sie mit der richtigen Person sprechen — und misstrauisch zu sein, wenn im Chat nach persönlichen oder finanziellen Informationen gefragt wird.

14. Betrug auf Telegram-Marktplätzen und Kleinanzeigen

Betrüger stellen attraktive Angebote auf Online-Marktplätzen ein und versuchen anschließend, das Gespräch auf Telegram zu verlagern, um den Betrugserkennungsmechanismen dieser Plattformen zu entgehen. Ein bekanntes Schema namens „Classiscam“ erbeutete auf diese Weise über 6,5 Millionen US-Dollar durch Telegram-basierte Betrugsoperationen.

Einmal auf Telegram angekommen, können Betrüger gefälschte Sendungsverfolgungsnummern angeben oder KI-generierte Bilder der angebotenen Artikel verwenden, um Sie zum Überweisen von Geld zu bewegen. Laut Revoluts Bericht für 2025 machen Kaufbetrugsfälle mittlerweile 57 % aller gemeldeten Zahlungsbetrugsfälle aus.

15. Gefälschte Telegram-Premium-Angebote und Abo-Fallen

Telegrams Premium-Geschenkfunktion wird häufig von Betrügern missbraucht, die bösartige Links zu vermeintlich kostenlosen Abos verschicken. Ein Klick darauf führt oft zu einer perfekten Kopie der Telegram-Anmeldeseite, auf der eingegebene Zugangsdaten gestohlen werden. Häufig wird dabei eine 24-Stunden-Frist für die Aktivierung genannt, um schnelles Handeln zu erzwingen.

Andere Varianten dieser Masche haben es nicht auf Ihre Kontodaten abgesehen. Stattdessen bieten sie stark reduzierte oder besonders lange kostenlose Testphasen für Telegram Premium an, um anschließend Ihre Zahlungsdaten zu stehlen.

Was tun, wenn Sie auf Telegram Opfer eines Betrugs geworden sind

Sie hatten also einen kurzen Moment der Unachtsamkeit. Sie haben für einen Augenblick die Wachsamkeit verloren, und ein Betrüger hat das voll ausgenutzt. Was nun? Hier sind einige konkrete Schritte, die Sie unternehmen können.

Bank informieren, wenn Ihr Konto kompromittiert ist

Haben Sie dem Kriminellen Ihre Bankdaten gegeben, kontaktieren Sie umgehend Ihre Bank und melden Sie den Vorfall. Die Bank sperrt Ihr Konto, storniert Bank- oder Kreditkarten und stoppt weitere Abbuchungen.

Das bedeutet natürlich auch, dass Sie bis zur endgültigen Klärung kein Geld abheben können. Das ist aber immer noch besser, als wenn das gesamte Konto leergeraubt und einem angeblichen „nigerianischen Prinzen“ überwiesen wird.

Dasselbe gilt für jedes andere Konto, auf das der Betrüger nun eventuell Zugriff hat: sperren.

Gerät auf Malware prüfen

Haben Sie auf einen offensichtlichen Malware-Link geklickt, müssen Sie Ihr Gerät scannen, die Schadsoftware finden und entfernen, bevor sie Schaden anrichtet.

Es gibt viele Anti-Malware-Apps zur Auswahl, und viele bekannte Namen wie Avast, AVG und Malwarebytes bieten auch mobile Versionen an — mit kostenloser Variante oder kostenloser Testphase. Suchen Sie sich eine aus und starten Sie den Scan.

Findet die App einen Virus und meldet, ihn entfernt zu haben, können Sie zur Sicherheit auch die radikalere Lösung wählen: Gerät vollständig löschen und auf Werkseinstellungen zurücksetzen. So wissen Sie mit Sicherheit, dass keine Schadsoftware mehr vorhanden ist.

So melden Sie Betrug in der Telegram-App

Ebenso dringend: Sorgen Sie dafür, dass die Betrüger keine weiteren Opfer finden können. Melden Sie sie bei Telegram, damit ihr Konto gesperrt wird. So geht’s:

  • Suchen Sie auf Telegram nach dem Bot @notoscam. Das Bild oben zeigt das offizielle Konto (mit blauem Häkchen) in den Suchergebnissen, daneben zwei offenbar gefälschte Konten. Wählen Sie das mit dem blauen Häkchen.
  • Sobald sich das Chatfenster öffnet, geben Sie die Details des Betrugskontos ein. Der Bot antwortet möglicherweise nicht sofort, aber laut Telegram ist dies der korrekte Weg, um einen Betrug zu melden.

Ist Telegram sicher in der Nutzung?

Telegram gilt allgemein als sicher in der Nutzung — zumindest so sicher wie jede andere Chat-Plattform. Solange Sie Vorsicht und gesunden Menschenverstand walten lassen, sollte nichts passieren.

Trotzdem gibt es einige Punkte, die Sie im Hinterkopf behalten sollten, wenn Sie Telegram sicherer nutzen möchten:

  • Chats sind nicht standardmäßig verschlüsselt: Telegram-Chats nutzen ohne manuelle Aktivierung keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, wodurch Ihre Nachrichten angreifbar sind.
  • Telegram speichert Ihre Daten: Statt möglichst wenig Nutzerdaten zu sammeln, häuft Telegram sie auf Servern an. Das bedeutet ein Risiko für einen großen Datenleck, das Sie betreffen könnte.
  • Mehr Kooperation mit Strafverfolgungsbehörden: Zwar bleibt Telegram gegenüber Behörden weiterhin zurückhaltend, kommt aber inzwischen häufiger deren Datenanfragen nach.
  • Verifizierung durch Dritte: 2025 führte Telegram eine Drittanbieter-Verifizierung für Unternehmenskonten ein. Das erleichtert es, ein legitimes Konto von einem betrügerischen zu unterscheiden.
  • Keine Verschlüsselung bei der Übertragung: Nur der Secret Chat ist vollständig Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Normale Telegram-Chats sind weder bei der Übertragung noch auf Telegrams Servern E2E-verschlüsselt.

Es gibt zudem weiterhin offene Fragen rund um Telegram-Gründer und CEO Pavel Durov. Zwar hat er sich öffentlich von Russland distanziert, doch eine kürzlich veröffentlichte Recherche auf Basis geleakter FSB-Grenzdatenbank-Informationen ergab, dass er zwischen 2025 und 2021 mehr als 50 Mal nach Russland eingereist ist — ein deutlicher Widerspruch zu dem öffentlichen Bild, das er von sich zu vermitteln versucht.

Telegram ist zwar beliebt, aber weder vor Hacking noch vor Betrug gefeit — Vorsicht gegenüber Sicherheitslücken bleibt wichtig. Ähnliches gilt für andere Messaging-Apps wie den Facebook Messenger, der ebenfalls schon Sicherheitsvorfälle erlebt hat.

So vermeiden Sie Betrug auf Telegram

Es gibt einige grundlegende Maßnahmen, mit denen Sie sich auf Telegram schützen und Betrugsversuche auf der App vermeiden können.

Seien Sie bei Chats von unbekannten Absendern besonders vorsichtig

Meldet sich ein völliger Fremder, seien Sie freundlich, aber wachsam. Woher hat die Person Ihre Kontaktdaten? Bleiben Sie zurückhaltend. Und wenn nach persönlichen Informationen gefragt wird, beenden Sie das Gespräch sofort.

Selbst wenn es aussieht, als würde sich ein Freund melden, bestätigen Sie die Identität, indem Sie nach etwas fragen, das nur diese Person wissen kann.

Manche Links mögen legitim sein, doch woher wollen Sie das sicher wissen? Am besten klicken Sie grundsätzlich nie auf Links in Telegram-Nachrichten.

Geheime Chats nutzen

Telegram bietet eine Funktion namens Secret Chats, die Ihre Unterhaltungen zusätzlich schützt. Um sie zu aktivieren (was bei jedem neuen Chat erneut nötig ist), tippen Sie oben auf den Namen des Kontakts, dann auf die Drei-Punkte-Schaltfläche und wählen „Geheimen Chat starten“.

Jetzt haben Sie Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sowie sich selbst löschende Nachrichten. Diese Funktionen sind so sicher, dass man sich fragen muss, warum sie nicht standardmäßig aktiviert sind.

Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren

Die Zwei-Faktor-Authentifizierung verhindert, dass sich jemand allein mit Ihrer Telefonnummer bei Telegram anmelden kann. Solange Sie den 2FA-Code nicht weitergeben, kann niemand sonst ein Konto mit Ihrer Nummer nutzen.

Geben Sie diesen Code einfach nie heraus, egal wer danach fragt.

Die oben genannten Risiken könnten den Eindruck erwecken, Telegram sei ein gefährlicher Ort voller böser Menschen, die es nur auf Ihr Geld und auf Lügen abgesehen haben. Tatsächlich lässt sich Telegram aber sicher und mit einer positiven Erfahrung nutzen. Bleiben Sie einfach wachsam, denken Sie zweimal nach, bevor Sie irgendjemandem etwas preisgeben — und klicken Sie auf keine Links!

Dies ist eine unabhängige Publikation, die nicht von Telegram Messenger Inc. autorisiert, gesponsert oder anderweitig genehmigt wurde. Telegram ist eine Marke von Telegram Messenger Inc.

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